Energiesparen: NÖ und ÖO erhöhen Druck auf Bund
Linz, 27.08.2010
Ober- und Niederösterreich, selbst ernannte Vorreiter beim Energiesparen, wollen gemeinsam den Druck auf den Bund erhöhen. Die zuständigen Landesräte Rudi Anschober (G) und Stephan Pernkopf (V) haben eine Allianz gegründet, deren Ziele sie bei einer Pressekonferenz am Freitag (27. August) in Linz formulierten.
Sie fordern ein Nachjustieren beim "Nationalen Aktionsplan Erneuerbare Energie", eine auf drei Jahre aufgeteilte sogenannte Energiesparmilliarde und eine Novellierung des Ökostromgesetzes. "Wir warten nicht auf internationale Großkonferenzen, wir wollen eine starke Allianz bilden", erklärte Pernkopf. Die Ökostromförderung mit einer Deckelung von 21 Mio. Euro für ganz Österreich beispielsweise bezeichnete er als eine "Dauerbaustelle". Die Arbeiterkammer nannte der Landesrat in diesem Bereich einen "großen Bremser", sie behaupte, dass diese Energieform zu teuer sei. Die "Ökostromverhinderungsbehörde" E-Control wiederum koste die Steuerzahler jährlich rund 14 Mio. Euro. Die Deckelung müsse weg, verlangte Pernkopf.
Für Anschober geht es u.a. darum, im Land umweltfreundlich Energie zu gewinnen, um weniger von internationalen Märkten abhängig zu sein und selber die Preise gestalten zu können. Er kündigte an, dass man nach den Wahlen im Herbst einen weiteren Partner für die Allianz gewinnen wolle. Es sei nicht auszuschließen, dass es die Steiermark oder Wien werde. Er würde es aber nicht auf die zwei Bundesländer reduzieren, so der Landesrat. Mittelfristig könnten zudem noch mehr Partner kooperieren.
Ober- und Niederösterreich machen auch in der Medizintechnik gemeinsame Sache, die Landesräte Viktor Sigl und Petra Bohuslav (beide V) haben bei den Alpbacher Technologiegesprächen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Der Sektor überzeuge mit starken Wachstumsraten und eröffne auch Unternehmen aus anderen Bereichen - etwa aus der Automobil-, Kunststoff- oder Mechatronikindustrie - ein zweites, sicheres Standbein, hieß es. Der Medizintechnik-Markt gelte in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten als profitabel und krisensicher.
Quelle: APA
