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D lukrierte aus CO2-Handel weniger als geplant

Berlin, 17.01.2012

Deutschland hat 2011 deutlich weniger aus dem Verkauf von Kohlendioxid(CO2)-Verschmutzungsrechten eingenommen als geplant. Die Erlöse aus der Auktion von Rechten für gut 40 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß hätten rund 562 Mio. Euro betragen, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums am Dienstag. Das entspricht einem Durchschnittspreis pro Tonne von rund 13,80 Euro.

Kalkuliert hatte die deutsche Regierung allerdings mit 17 Euro und damit Gesamteinnahmen von knapp 700 Mio. Euro. Das Geld fließt in den Energie- und Klimafonds der Regierung, der unter anderem Speicherprojekte für Ökostrom, die Förderung von Elektromobilität oder die Gebäudesanierung finanzieren soll.

Der europäische Handel mit CO2-Rechten gilt als wichtigstes Instrument zur Einhaltung der Klimaziele. Industrie und Energiewirtschaft bekommen dabei Höchstgrenzen für ihren Treibhausgas-Ausstoß gesetzt. Die Rechte bekommen die Anlagenbetreiber zum großen Teil gratis zugeteilt, zehn Prozent mussten vom Staat aber erworben werden. Wer seine Produktion umweltfreundlich modernisiert, kann überschüssige Rechte über die Börse wieder verkaufen. Wer seine Maschinen länger laufen lässt oder weniger effektive hat, muss sie am Markt erwerben.

Allerdings litten 2011 viele europäische Länder unter einer Wirtschaftsflaute, was die CO2-Preise entsprechend drückte. Zudem wird von Umweltschützern kritisiert, dass insgesamt zu viele Rechte zugeteilt wurden. Der Preis für das Recht zum Ausstoß einer Tonne CO2 war zuletzt auf unter sieben Euro abgerutscht.

Nach Daten der Thomson-Reuters-Tochter "Point Carbon" hat Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten noch einen vergleichsweise hohen Preis erzielt. Dort waren nur knapp über 13 Euro pro Tonne erlöst worden. Die letzten Rechte hatte Deutschland bereits im November versteigert.

Dennoch muss der Energie- und Klimafonds auf über 100 Mio. Euro verzichten. Noch dramatischer könnten sich anhaltend niedrige CO2-Preise im nächsten Jahr auswirken. Ab 2013 muss die Energiewirtschaft sämtliche Rechte beim Staat kaufen, was dann Beträge in Milliarden-Höhe ausmacht.

Quelle: APA/ag

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